In knapp drei Monaten Corona-Einschränkungen hat die Berliner Polizei fast 5000 Verstöße geahndet. Vom 14. März bis 11. Juni gab es 1690 Strafanzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dabei kann es um verbotene Öffnungen von Geschäften, Restaurants, Kneipen oder Imbissen gehen oder auch um größere nicht erlaubte Veranstaltungen und Partys. Dazu kamen 3123 Ordnungswidrigkeiten etwa wegen zu geringer Abstände zu anderen Menschen. (Mehr dazu unten im Newsblog.)
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In Berlin gibt es Anzeichen für ein intensiveres Infektionsgeschehen. Mit 1,49 liegt die Reproduktionszahl zum dritten Mal in Folge über 1,1. Somit ist eine der drei Corona-Ampeln auf Gelb umgesprungen, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Der aktuelle 7-Tages R-Wert für Berlin liegt bei 1,24.
Die anderen beiden Ampeln zeigen weiterhin Grün. Allerdings ist die Inzidenz gestiegen: also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, bezogen auf sieben Tage. Sie liegt aktuell bei 8,78 Neuinfektionen, während sich der Wert in der vergangenen Woche um 5 bewegte. „Die Gesamtfallzahl der 24. Meldewoche ist deutlich höher als die der letzten vier Vorwochen und wird sich durch Nachmeldungen in den nächsten Tagen noch weiter erhöhen“, erklärte die Senatsverwaltung zudem. Eine gute Nachricht gibt es von den Intensivstationen: Der Anteil der Covid-19-Patienten liegt weiterhin nur bei 3,2 Prozent, der Wert stagniert auf niedrigem Niveau.
Berlin will sich von den umfassend geregelten Kontaktbeschränkungen in der Corona-Verordnung weitgehend verabschieden. Ab dem 25. Juni (nächste Woche Donnerstag) sollen nur nur noch zwei Gebote gelten: die Einhaltung des generellen Mindestabstands von 1,5 Metern sowie die Maskenpflicht im ÖPNV und im Einzelhandel. Angepasst werden sollen unter anderem Grenzwerte für Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen. Endgültig beschlossen ist das alles jedoch noch nicht. Im Senat gibt es zudem eine Diskussion über ein Bußgeld für das Nichttragen von Masken.
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