Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat härtere Einschränkungen für das öffentliche Leben zur Eindämmung der Coronavirus-Krise in der Hauptstadt angekündigt. Der Senat solle vorbereiten, dass es auch in Berlin zu Restaurantschließungen kommen könne, sagte er in der Rbb-„Abendschau“ am Freitagabend. Bislang müssen diese Lokale ab 18.00 Uhr zumachen. Künftig solle es dann noch Abhol- und Lieferdienste geben. Auch Versammlungen unter 50 Menschen sollten eingeschränkt werden, kündigte Müller an.
„Wir erleben es ja, dass manche es immer noch nicht begriffen haben und glauben, Restaurants sind immer noch ein schöner Treffpunkt zu feiern oder ich mache die Party im Mauerpark“, sagte Müller. Berlin werde zu härteren Maßnahmen kommen müssen. „Ich gehe davon aus, dass wir das in den nächsten Tagen auch beschließen werden und umsetzen werden“. Er wolle das in enger Abstimmung mit Brandenburg machen.
Müller sagte, er wolle eine Ausgangssperre möglichst vermeiden. „Eine Ausgangssperre, wenn Kinder, die auf engstem Raum vielleicht in Familien leben, über Monate nicht mehr raus können, wird dramatische soziale Folgen haben.“
In Berlin steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter stark an. Die Senatsverwaltung für Gesundheit meldete am Freitag 868 Infizierte in Berlin (Stand: 20. März, 16.15 Uhr). Wie die Gesundheitsverwaltung am Freitag mitteilte, ist in Berlin der erste mit dem Coronavirus infizierte Patient gestorben. Es handle sich um einen 95-jährigen Mann mit schweren Grunderkrankungen. Die meisten neuen Fälle waren in den mittleren Altersgruppen zwischen 30 und 59 Jahren hinzugekommen; den steilsten Anstieg gab es jedoch mit 60 Prozent bei Menschen über 60.
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