/Gauland will Partei „erwachsen“ werden lassen

Gauland will Partei „erwachsen“ werden lassen

Sechseinhalb Jahre nach ihrer Gründung ist die AfD weit davon entfernt, ein geschlossenes Bild abzuliefern. Der anstehende Bundesparteitag verspricht turbulent zu werden – wie bereits viele zuvor. Die Ausgangslage: Seit zwei Jahren bilden Alexander Gauland und Jörg Meuthen das AfD-Führungsduo. Der 78-jährige Gauland will den Vorsitz nun abgeben. Als Nachfolger kandidiert der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla. Allerdings kündigte auch der als rechter Scharfmacher geltende Gottfried Curio seine Bewerbung an, ebenso wie der unter Antisemitismusverdacht stehende baden-württembergische Landespolitiker Wolfgang Gedeon.

Einen ruhigen Wechsel an der Spitze der AfD wird es wohl nicht geben – das mussten sie in der Partei einsehen: Für die Neuwahlen des Bundesvorstands an diesem Wochenende in Braunschweig haben sich im Verlauf der vergangenen Woche immer mehr Bewerber gemeldet. Der amtierende AfD-Chef Jörg Meuthen und der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla haben dem Vernehmen nach die besten Aussichten auf die zwei Spitzenposten.

Aber der Ausgang von AfD-Parteitagen ist stets schwer vorhersehbar – und ein Showdown zeichnet sich ab. Am Ende könnte doch Alexander Gauland wieder ins Rennen gehen.

Eine Übersicht der wichtigsten Protagonisten:

Tino Chrupalla: Der sächsische Malermeister und Unternehmer ist Gaulands Wunschnachfolger. Die Hoffnung an der Parteispitze ist, dass er 44-Jährige als Identifikationsfigur für den Osten dienen kann. 

Gottfried Curio: Selbst einigen Parteifreunden ist der Mann unheimlich. Curio ist Physiker und Kirchenmusiker, gilt als hochintelligent und bedient mit seinen scharfen, migrationsfeindlichen Reden eine wachsende Fangemeinde im Netz.

Nicole Höchst: Die 49-jährige Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz erwägt offenbar gegen Meuthen anzutreten. Wirklich gefährlich werden dürfte sie ihm zwar nicht. Doch sie könnte dafür sorgen, dass Meuthen ein schlechtes Ergebnis einfährt. 

Dana Guth: Die 49-jährige AfD-Landeschefin aus Niedersachsen würde gegebenenfalls gegen Chrupalla antreten. Sie wird innerparteilich dem Lager der Gemäßigten zugerechnet.