Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat betont, es werde „keinerlei Rücknahme“ der Ausgangsbeschränkungen bis zum 19. April geben; der Senat will das Kontaktverbot bis Ende der Osterferien verlängern und auch einen Bußgeldkatalog verabschieden. „Die Infektionsgeschwindigkeit verläuft so, dass die medizinischen Einrichtungen Schritt halten können“, stellte Müller am Donnerstag in der Fragestunde des Abgeordnetenhauses fest. „Wir sind aber noch längst nicht über den Berg.“
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach sich in der Sitzung gegen eine vorsorgliche Schließung von Parks und Grünanlagen aus, um größere Ansammlungen bei gutem Wetter zu verhindern. Damit reagierte er auf eine entsprechende Forderung der Gewerkschaft der Polizei. „Wir können die Verordnungen nicht ständig weiter verschärfen, solange die Akzeptanz in der Bevölkerung so hoch ist“, sagte Geisel.
Zuvor hatte die CDU den Senat aufgefordert, ein Exit-Szenario für die zahlreichen Freiheitsbeschränkungen zu entwickeln, damit Unternehmen für die Zeit nach der Coronakrise planen können. Es sei möglich, die Zahl der Neuinfektionen bis Ende April so zu reduzieren, dass Lockerungen möglich seien, sagte Fraktionschef Burkard Dregger. Derweil prüft das Abgeordnetenhaus, ob es seine Plenarsitzung künftig in einer Messehalle austragen kann, um die Abstandsregeln einzuhalten (mehr im Newsblog unten).
Offiziell bestätigt sind in Berlin am Mittwochabend 2993 mit dem Coronavirus-infizierte Personen, davon sind inzwischen 1369 Menschen wieder genesen. Derzeit werden 479 Corona-Patienten in Berlins Kliniken behandelt, davon befinden sich 104 auf Intensivstationen. Nach aktuellem Stand gibt es in Berlin bisher 17 Covid-19-Tote.
Hintergrund-Informationen zum Coronavirus:
[Behalten Sie den Überblick: Corona in Ihrem Kiez. In unseren Tagesspiegel-Bezirksnewslettern berichten wir über die Krise und die Auswirkungen auf Ihren Bezirk. Kostenlos und kompakt: leute.tagesspiegel.de]
